(46) schöne Küstenfahrt

Bilder im Fotoalbum (Nr. 732 - 743)

Ich blieb bis kurz nach acht Uhr im Bett liegen und am reichhaltigen Frühstücksbuffet wollte ich noch einen Teil des happigen Zimmerpreises herausschlagen, weshalb ich heute später als gewöhnlich aufs Velo stieg.

Glücklicherweise stand heute eine äusserst flache Tour, alles entlang der Küste auf dem Programm, denn nach den zwei vergangenen Tagen hätte ich weitere Berge nicht mehr wirklich gebraucht. Von "Gaeta" über "Sperlonga", "Terracina" bis nach "San Felice Circeo" war es dann einfach traumhaft schön. Zuerst noch etwas Steilküste, dann wurde es immer flacher und die Strände breiter. Im Vergleich zu anderen Orten war hier alles sehr sauber und machte einen gut gepflegten Eindruck. Selbst die Strassen waren breiter als sonst und so konnte ich problemlos entlang der Küstenstrasse fahren, denn rechts der Seitenlinie war meist noch über einen Meter Platz.

Nach San Felice di Circeo steigt die Strasse etwas an, streift den Monte Circeo und danach gelangt man in den "Parco Nazionale del Circeo". Das ist eine sehr interessante Gegend. Links ist das Meer, ein breiter Sandstrand mit vielen Lidos, dann folgt ein schmaler Landstreifen auf dem die Strasse verläuft und rechts davon sind lange Seen, die parallel zum Meer verlaufen. Leider sieht man nicht sehr viel von diesen Seen, denn ein Busch- und Baumstreifen sowie viel Privatbesitz mit hohen Zäunen versperrt die Sicht.

Die Strasse führt dann fast 30 Kilometer entlang dieser eigentümlichen Landschaft und da die nächsten Berge ziemlich weit entfernt sind, windet es wieder heftig. Meist quer, direkt vom Meer, oft aber auch schräg von vorne. Von grossen Dünen wird immer wieder Sand über die Strasse geweht und jedes Auto welches mich überholt, wirbelt zusätzlich Sand auf. Ich habe Sand in den Augen, im linken Ohr, im Mund und linksseitig fühle ich mich wie sandgestrahlt. Zum Glück kommt alle paar Kilometer eine Bar am Strassenrand, so dass ich oft anhalte um etwas zu trinken und vor dem Wind in Deckung zu gehen.

Wie bereits ganz im Süden, so habe ich auch heute grosse Mühe, gegen den Wind zu fahren. Da es hier zudem ziemlich böig windet muss ich auch immer aufpassen, dass ich einigermassen die Spur halten kann. Ich fahre zwar in der Ebene geradeaus, doch da ist nichts Leichtes, kein gemütliches Rollen mehr, wie noch am Morgen. So wird einem kein Meter geschenkt, alles ist Anstrengung und Kampf.

Deshalb beschliesse ich, heute nicht so lange zu fahren wie gestern, denn wenn ich übermüdet ein Hotelzimmer suchen muss, fälle ich nicht mehr unbedingt gute Entscheidungen. Kurz nach vier Uhr mittags komme ich in den Ort "Lido di Latina", dem Badeort der Ortschaft "Latina", die knapp 10 Kilometer landeinwärts liegt. Schon bald kommen erste Hotels und ich denke mir, dass ich nicht rasch entscheiden sollte, sondern zuerst einmal das Angebot sondieren, bevor ich wo nachfrage.

Kurz vor der Ortsmitte finde ich jedoch das Hotel "Gabriele" recht ansprechend. Nicht sehr gross, drei Sterne, etwas von der Strasse zurückversetzt, ja, da frage ich nach. Die Frau am Empfang ist sehr freundlich und der der Herr "Gabriele" stellt sich mir auch gleich vor. Das Zimmer koste 45 Euro, habe Klimaanlage und das Velo könne ich im Hoteleingang abstellen, der nachts geschlossen werde. Sehr freundlich. Ich frage, ob ich ein Zimmer mit Meersicht haben könne. Er sagt ja, wenn ich wolle, doch das würde er mir nicht empfehlen, denn im Nachbarhaus sei eine Discothek, die bis 02:00 Uhr laut Musik spiele. Nach hinten, zum Parkplatz sei es viel ruhiger, da könne ich gut schlafen. O.K. Den Rat fand ich echt nett und hilfreich.

Später spazierte ich noch etwas durch den (gesichtslosen) Badeort und entlang des breiten Sandstrandes. Es windet derart stark, dass nur ein paar geübte Wind- und Kite-Surfer im Wasser zu sehen sind. Abends esse ich sehr gut in der hoteleigenen Pizzeria und als um zehn Uhr der Bass der Disco zu dröhnen beginnt, bin ich wirklich froh, dass Zimmer nach hinten genommen zu haben. Das GPS sagt: 92 km., 4:16 Std., 270 Hm.

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