Winterwanderung in Flims

Dieses Wochenende fuhren wir mit einem Freund in die Berge. Karin wollte seit langem wieder einmal Ski fahren und ich dachte eigentlich an eine Schneeschuhtour. Nur, dafür lag einfach zu wenig Schnee und deshalb disponierte ich am Freitagabend um. Es soll über zehn ausgeschilderte Winterwanderrouten geben und so etwas konnte ich mir als Alternative gut vorstellen.

Ich entschied mich für die Strecke: Flims - Foppa - Stargels - Naraus. Alles berghoch, nur 3,5 Kilometer, jedoch 800 Höhenmeter. Dann mit dem Sessellift von Naraus runter zur Alp Foppa und von da wieder zu Fuss zurück nach Flims.

Die heutige Tour war eine richtige Beizen-Tour und wie man den Bildern entnehmen kann, war das Wetter absolut hammermässig. Schon bald konnte ich einen Pullover, die Kappe und die Handschuhe ausziehen und im Rucksack verstauen. Am Sonnenhang berghoch wandern gibt schnell warm. Zuerst waren die Wege noch geräumt, doch schon bald kam festgefahrener Schnee und da konnte ich die Nordic Walking Stöcke gut gebrauchen. Im Schnee finden die Spitzen gut Halt und mit gutem Stockeinsatz kann man die Trittsicherheit - gerade auf Schnee und Eis - enorm erhöhen. Nach etwa einer Stunde Wanderzeit kehrte ich das erste Mal ein. Das war bei der Talstation Foppa (Titelbild der Aussicht).

Es folgte dann ein wirklich steiler Abschnitt, den ich ganz langsam und gemütlich hochging. Es gab überhaupt keinen Grund zur Eile. Ich hatte jede Menge Zeit und gerade deswegen lag mir mehr am Genuss und an der herrlichen Aussicht, als an irgendeiner sportlichen Betätigung. Eine stille Geh- und Atemmeditation... Unterwegs machte ich bei einem leerstehenden Ferienhaus eine Pause und setzte mich auf die wunderbar plazierte Aussichtsbank. Ich konnte nur im T-Shirt bekleidet an der Sonne sitzen und war echt froh, im Rucksack auch noch etwas Sonnencreme zu finden. Praktisch. Für Biker und Wanderer geeignet.

Kurz nach 13 Uhr war ich dann am höchsten Punkt meiner Wandertour, der Bergstation Naraus, auf 1'842 Metern über Meer. Dort genehmigte ich mir einen weiteren Kaffe, diesmal mit einem Berliner. Von meinem Platz auf der Aussichtsterasse konnte man sich fast nicht satt sehen. Da war vor mir das prächtige Alpenpanorama (bild links, Grap Sogn Gion im Hintergrund) und hinter mir war das Bergrestaurant und im Hintergrund erkennt man sogar noch die Godelbahn die hoch nach Gassons auf 2'676 Meter führt. Absolut spannend jedoch fand ich, wie sich das Alpenpanorama in den Glasscheiben des Bergrestaurants widerspeigelte. In real konnte man das viel deutlicher erkennen, weil man mit dem Auge gezielt fokussieren kann, leider kommt das auf dem Foto nicht so gut rüber. Es sah auf jeden Fall so aus als ob die Leute, die unmittelbar vor dem Fenster sassen, direkt vor den verschneiten Bergen sitzen. Täuschend echt.

Später bin ich mit dem Sessellift runter zur Alp Foppa gefahren und bin dann von da die fast gleiche Strecke zurückgelaufen, die ich am Morgen herkam. Auch wenn berghoch gehen anstrengender ist, so ist es auf alle Fälle angenehmer, als bergrunter zu gehen. Auf dem Schnee ist es oft rutschig und das stete Bremsen geht doch ordentlich in die Knie und in die Beine.

Gegen Abend haben wir uns in Flims wieder getroffen und sind von da mit dem Auto weiter nach Safien gefahren, wo unser Freund ein Ferienhaus besitzt. Da haben wir uns dann rasch eingerichtet und schon bald blubberte der Käse in der Fonduepfanne. Der ganze Tag an der frischen Luft hat uns allen einen mächtigen Hunger beschert und so freuten wir uns schon heftig auf das feine Fondue. Das ist natürlich genau der Klassiker für so eine Alpen-Hütten-Romantik. Der perfekte Tag!

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